Bad treibt V&B Geschäft

V&B performt solide. Treiber des Geschäftes der Mettlacher ist aktuell der Badsektor. In der Tischkultur vollzieht das Management harte Schnitte. Die Lieferprobleme aus der Vergangenheit will das Unternehmen endgültig überwunden haben. Dafür hat sich der Edelkeramiker mit seiner Sanitärpräsentation Reibungsverluste in den Münchner Ausstellungen eingefangen.

Villeroy & Boch hat in der Vergangenheit schon einmal harte Schnitte vollzogen. Im vergangenen Jahr legte der Edelkeramiker aus Mettlach nun in der Abteilung Tischkultur Hand an. Auslieferungsprobleme haben das Unternehmen rund 3,5 Mio. Euro gekostet. Hinzu kommen Veränderungen der Einzelhandelslandschaft, worauf V&B mit Schließungen von 19 Standorten reagieret hat. 7 wurden derweil neu eröffnet.

Ein Drittel des Umsatzrückganges fiel diesen Maßnahmen zum Opfer. Den mutigsten Schritt vollzieht das Management aktuell in der Tischkultur mit einer restriktiven Rabattpolitik. Die Saarländer setzen dem auswuchernden Billigtrend in dieser Branche Sublabels gegenüber und haben sich im ersten Step ebenfalls dadurch einen ordentlichen Umsatzrückgang eingefangen.

Um 4,4 Prozent sank das Volumen der Sparte Tischkultur insgesamt. Dem Verlauf des klassischen Einzelhandelsgeschäft des Unternehmens widmete sich das Management heute auf der Bilanzkonferenz in Frankfurt mit großem, selten da gewesenen Redeanteil. Anders bei Sanitär. Das Badgeschäft treibt momentan das Volumen des Konzerns. Um 4,7 Prozent stieg der Umsatz von V&B mit WCs, Waschtischen und Co auf insgesamt 584,3 Mio. Euro. In Deutschland sei der Umsatz sogar auf hohem Niveau mit 1,3 Prozentpunkten weiter angestiegen, heißt es.

Insgesamt liefert Villeroy & Boch ein solides Ergebnis für 2018 ab. Umsatz + 2 Prozent (853,1 Mio. Euro), EBIT + 7,6 Prozent (53,6 Mio. Euro) und ein Konzernergebnis mit + 13,8 Prozent auf 33,9 Mio. Euro. Das verdiente Geld nimmt das Unternehmen u .a . dazu, den Hauptsitz in Mettlach einer umfangreichen Umbaumaßnahme zu unterziehen. In 2022 sollen dort rund um die alte Abtei moderne Gebäudekomplexe und Außenanlagen entstehen.

Rund drei Jahre hatte sich V&B mit Lieferproblemen herumgeschlagen, auch in der Haustechnik. Die habe man nun endlich überwunden, so der Vorstandschef Frank Göring. In 2018 war das Unternehmen in München zudem eine Kooperation mit Richter & Frenzel eingegangen und hatte sich deshalb den Unmut der GC Gruppe zugezogen. In den Münchner GC-Ausstellungen flog V&B demnach in der Folge raus, heißt es bei Personen, die sich mit den Vorgängen auskennen. Das gilt offenbar nicht bundesweit. Hier soll es Bemühungen für andere Modelle auch mit dem Marktführer zusammen geben. Sehen Sie in Kürze ein Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Frank Göring.